Wer sich fragt, warum man überhaupt mit Buckfastbienen arbeitet, wenn doch so gute andere Bienen schon da sind, stelle ich die Gegenfrage: “Warum nicht?”. Meist kommt dann das Argument von der Paarung in der Luft, keine Reinrassigkeit, Bastardbienen und üblen Stechern.

Wenn wir uns auf den Boden der Tatsachen zurückziehen und die Erfahrungen in der Praxis betrachten kommen wir zu einem ernüchternden Ergebnis: so weit sind Carnica und Buckfastbienen gar nicht auseinander. Beides sind hoch entwickelte Zuchttiere, mit denen sich gut imkern läßt. Alle anderen Behauptungen sind einfach durch die Realität zu widerlegen. Auch bei mir im Tal wurde und werde in angefeindet. Der prophezeite Untergang der Bienenhaltung durch meine Bienen ist aber bis heute nicht eingetreten und wird es auch nicht. Dafür werden mir immer wieder Königinnen geklaut. Warum, wenn sie so übel sind?

Was hat mich bewegt diesen ungemütlichen Weg der Buckfastbienenhaltung zu gehen? Schon meine ersten Buckfastbienen zeigten deutlich andere Eigenschaften, in der Summe und im Detail. Wo sehe ich Buckfastbienen im Vorteil: in der verhaltenen Frühjahrsentwicklung mit geringerer Schwarmneigung, in der Brutnestfernen Honiglagerung, guten Reaktion auf Trachtlücken, Neigung zur Stillen Umweiselung statt Schwärmen, sehr gutem Wabenbauvermögen mit geringer Propolisverwendung.

In den sonst gerne beurteilten Eigenschaften wie Sanftmut und Wabensitz gibt es nur geringe Unterschiede, die sich nicht von den Unterschieden im jeweiligen Zuchstamm unterscheiden. Auf Deutsch, es kann aus meiner Erfahrtunge heraus in beiden Rassen auch mal Stecher geben. Es sind halt Bienen! Die Honigleistung ist bei standorttreuer Imkerei ohne Wanderung ähnlich. Und nein, die Leistung der Buckfastbienen ist seit Bruder Adam nicht zurück gegangen. Mich verwundert, wie mancher Buckfastgegner das herausgefunden haben will, wenn er doch keine Buckfast über einen langen Zeitraum hatte. Die Brutmenge als Maß heranzuziehen ist erstaunlich. Fragen Sie Berufsimker die von ihren Tieren leben, da möchten viele nicht auf Buckfastbienen verzichten. Ich übrigens auch nicht. Gerade oben genannte Eigenschaften machen in der Arbeit mit den Bienen einen nicht zu unterschätzende Arbeitsersparnis aus.

Wo liegt also der grundsätzliche Unterschied? Bei Buckfastbienen wird anders gezüchtet als bei Carnica. Beide Zuchtwege sind in ihrer Theorie gängige Wege die in der Tierzucht gelehrt und seit Jahrzehnten genutzt werden. Ein Streit ist in dieser Richtung müßig. Ich habe dabei viele Nerven lassen müssen. Dabei möchte ich doch einfach nur meine guten Buckfastbienen halten und vermehren, die in ganz Europa Anerkennung finden, übrigens auch in dem europaweiten Projekt EurBeSt “European honey Bee breeding and Selection Team”, bei dem ich als einer der Prüfbetriebe mitwirken werde.

Liebe Imker, die noch Vorbehalte gegen Buckfastbienen haben, die Erfahrung zeigt, dass es miteinander immer besser geht als in einem, teilweise hasserfüllten, Gegeneinander. Wir sitzen doch alle in einem Boot.