Wer sich fragt, warum man überhaupt mit Buckfastbienen arbeitet, wenn doch so gute andere Bienen schon da sind, stelle ich die Gegenfrage: “Warum nicht?”. Meist kommt dann das Argument von der Paarung in der Luft, keine Reinrassigkeit, Bastardbienen und üblen Stechern.

Wenn wir uns auf den Boden der Tatsachen zurückziehen und die Erfahrungen in der Praxis betrachten kommen wir zu einem ernüchternden Ergebnis: so weit sind Carnica und Buckfastbienen gar nicht auseinander. Beides sind hoch entwickelte Zuchttiere, mit denen sich gut imkern läßt. Alle anderen Behauptungen sind einfach durch die Realität zu widerlegen. Auch bei mir im Tal wurde und werde in angefeindet. Der prophezeite Untergang der Bienenhaltung durch meine Bienen ist aber, bis heute nach einem Vierteljahrhundert mit Buckfastbienen, nicht eingetreten und wird es auch nicht, da bin ich mir sicher. Dafür werden mir immer wieder Königinnen geklaut. Warum denn, wenn sie doch so übel sind?

Was hat mich bewegt diesen ungemütlichen Weg der Buckfastbienenhaltung zu gehen? Schon meine ersten Buckfastbienen zeigten deutlich andere Eigenschaften als die Reinzucht-Carnicas, in der Summe und im Detail. Wo sehe ich Buckfastbienen im Vorteil: in der verhaltenen Frühjahrsentwicklung mit geringerer Schwarmneigung, in der Langlebigkeit, der brutnestfernen Honiglagerung, der guten Reaktion auf Trachtlücken, der Neigung zur Stillen Umweiselung statt Schwärmen, dem sehr gutem Wabenbauvermögen mit geringer Propolisverwendung.

In den sonst gerne beurteilten Eigenschaften wie Sanftmut und Wabensitz gibt es nur geringe Unterschiede, die sich nicht von den Unterschieden im jeweiligen Zuchstamm unterscheiden. Auf Deutsch, es kann aus meiner Erfahrung heraus in beiden Rassen auch mal Stecher geben. Es sind halt Bienen! Die Honigleistung ist bei standorttreuer Imkerei ohne Wanderung ähnlich.

Und nein, die Leistung der Buckfastbienen ist seit dem Ende Bruder Adams Zuchttätigkeit  im Jahr 1992 nicht zurück gegangen. Mich verwundert, wie mancher Buckfastgegner das herausgefunden haben will, wenn er doch keine Buckfast über einen langen Zeitraum hatte. Die Brutmenge als Maß heranzuziehen ist erstaunlich um zu zeigen, dass Buckfastbienen schlechter geworden sind. Ja, wir brauchen häufig wirklich nicht mehr als sechs Dadant-Rähmchen im Brutraum von angepassten Völkern. Deshalb haben wir aber definitv nicht weniger Honig oder weniger fitte Bienen. Die machen nämlich aus den wenigen Bruträhmchen auch mal fünf Honigräume voll, wenn es die Tracht hergibt! Der Vorteil den der angepasste Brutraum für die Fitness der Bienen bringt tritt in solchen Situationen deutlich zu Tage. Carnicabienen können vom angepassten Brutraum nicht immer profitieren, weshalb hier häufig die zweiräumige Zander Betriebsweise gepflegt wird, die nicht immer wirklich einfacher ist. Fragen Sie Berufsimker die von ihren Tieren leben, da möchten viele nicht auf Buckfastbienen verzichten. Ich übrigens auch nicht. Gerade oben genannte Eigenschaften machen in der Arbeit mit den Bienen eine nicht zu unterschätzende Arbeitsersparnis aus.

Wo liegt also der grundsätzliche Unterschied? Bei Buckfastbienen wird anders gezüchtet als bei Carnica. Die Zuchtwege sind unterschiedlich. Beide Zuchtwege sind in ihrer Theorie gängige Wege, die in der Tierzucht gelehrt und seit Jahrzehnten genutzt werden. Ein Streit ist in dieser Richtung müßig. Ich habe dabei viele Nerven lassen müssen. Dabei möchte ich doch einfach nur meine guten Buckfastbienen halten und vermehren, die in ganz Europa Anerkennung finden, übrigens auch in dem europaweiten Projekt EurBeSt “European honey Bee breeding and Selection Team”, bei dem ich als einer der Prüfbetriebe mitwirken werde.

Liebe Imker, die noch Vorbehalte gegen Buckfastbienen haben, die Erfahrung zeigt, dass es miteinander immer besser geht als in einem, teilweise hasserfüllten, Gegeneinander. Wir sitzen doch alle in einem Boot.