Die Verluste an den Beständen der Honigbienen sind längst in der Breite der Gesellschaft wahrgenommen worden. Reaktionen aus der Politik sind bislang rar. Auf Initiative der EU-Komission wurde nun eine Studie in Auftrag gegeben, die einen möglichen Lösungsweg beschreiben und bewerten soll, die Zucht auf Varroatoleranz. Es wurde von der Komission wahrgenommen, dass  es einige Inititaiven gibt um auf züchterischem Weg das Varroaproblem zu lösen. Erste Ansätze gab es schon ab dem Jahr 2002 in Bayern und dann bald an mehreren Orten in DE. Davor wurde schon in den USA ein Zuchtprojekt gestartet, das durchaus Erfolg versprach.

In der jetztigen Studie geht es darum herauszufinden welchen Benefit die bereits geleistete Zuchtarbeit der Bienenhaltung bringen kann und ob sie überhaupt einen Nutzen hat. Die Leitung des Projektes hat das Bieneninstitut der LLH in Kirchhain und Dr. Büchler und Dr. Aleksandar Uzunov. Das Projekt wird in den sieben EU-Ländern Polen, Griechenland, Kroatien, Italien, Frankreich, Österreich und Deutschland durchgeführt. Von Kirchhain aus wird DE, AT und HR betreut.

EurBeSt Treffen in Kirchhain

In DE werden vier Buckfast-Linien, fünf Carnica-Linien und eine Mellifera-Linie aus Toleranzzuchtprogrammen getestet. Diese werden bei sechs Betrieben einer exakten Leitungsprüfung unterzogen. In weiteren 20 Betrieben, werden diese Linien einem praktischen Leistungstest unterzogen, und mit den jeweils vorhandenen Bienen verglichen. Für diesen Test wurde auch meine Imkerei ausgewählt. Allein in DE und AT werden mehr als 700 Königinnen aus den ausgewählten Linien aufgezogen und in ebenso vielen Völkern in dem Test ausgewertet werden. Ein wirklich umfangreiches Projekt also!

Ein erstes Treffen fand am 27./28.11.18 in Kirchhain statt. Dort wurden sehr viele Details besprochen und erläutert, sowie schon konkrete Vereinbarungen und Absprachen getroffen. Es war ein ausgesprochen fruchtbares Treffen in einem angenehmen Diskussionsklima! Unter den Teilnehmer gibt es wenig Ressentiments wegen der unterschiedlichen Rassen. Im Gegenteil, ein guter Teil der Prüfer ist bereit eine Herkunft zu halten und prüfen, die er bislang nicht bevorzugte. Was ein ausserordentlicher Beitrag der Betriebe zu dieser Studie ist, ist der Umstand, dass alle Prüfbetriebe auf eine Vergütung verzichten, zugunsten einer angemessenen Vergütung für die Züchter, die die Königinnen zur Verfügung stellen.

Ich freue mich sehr zu diesem “European honey Bee breeding and Selection Team” gehören zu können. Es wird zwar ein Plus an Arbeit für 2019/2020 bedeuten, aber das ist es mir Wert.

Weitere Informationen werden demnächst unter https://eurbest.eu zu lesen sein.

Studie zu varroatoleranten Honigbienen

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