Es ist ja nicht so, dass mir im täglichen Leben langweilig ist. Schon gar nicht in allem was mit der Imkerei zusammenhängt. Alle Arbeiten im Jahresverlauf termingerecht zu erledigen, erfordert gute Planung, nebst nachfolgender Disziplin.

Nachdem die Dadant-Rähmchen schon eingeschmolzen sind und das Wachs überwiegend umgearbeitet, steht für im Frühjahr folgendes auf dem To-Do:

  • Neue Honigräume (LA-Flachzarge von Schreinerei Bertl, Marquartstein) anstreichen, Abstandshalter und Trageleisten montieren
  • Neue Honigraumrähmchen fertigstellen (Imkertechnik Wagner)
  • Alte Beuten renovieren und teilweise umbauen
  • Begattungskästchen überarbeiten und vorbereiten (Apidea und Minis)
  • Ablegerkästen renovieren und umbauen
  • Schiede überarbeiten und erneuern
  • Mini-Rähmchen ausschmelzen, aussortieren und MW einlöten

Das dürfte erstmal alles gewesen sein.

Beim Punkt “Alte Beuten renovieren und teilweise umbauen” ist mir allerdings eine Idee gekommen. Es gibt etwas, was mir schon seit einigen Jahren immer wieder durch den Kopf geht. Das Dadant-System ist in seiner Gänze eines der ausgereiftesten Beutensystem die existieren. Zum Glück imkerten die Erfinder mit einer Biene, die ähnlich fruchtbar war wie die heutigen Stämme. Andere System tragen eindeutig den Stempel der damaligen Zeit und den verfügbaren Bienen und sind zu zaghaft dimensioniert oder nicht für eine ökonomische Imkerei tauglich. Dazu fallen mir einerseits das System Gerstungs und der Schweizerkasten ein. Worin beide jedoch der Natur der Biene entgegenkamen, war ihre Ausrichtung auf eine Hochwabe im Brutraum. Der Schweizerkasten ist auch heutzutage sicher noch in Imkereien angebracht, wo in kleinem Umfang mit der Dunklen Biene gearbeitet wird. Gerstungs Beute hat den Sprung in die Neuzeit leider nicht mitgemacht und verschwindet in der Bedeutungslosigkeit. Schade, es hätte ein einheimisches Maß werden können, das dem Dadantmaß entspricht.

Nach dem ich gerne der Biene entgegenkomme war mir der Gedanke der Hochwabe, spätestens nach dem Lesen von Gerstungs Buch, sehr sympathisch. Die Altvorderen waren ja nicht generell dumm und schon gar nicht arbeiteten sie immer GEGEN das Tier. Das hat ja auch die Fischermühle erkannt und ihre Einraumbeute mit Rähmchen in Dadant hoch ersonnen. Dieses Konzept ist mir aber nicht sympatisch, schon allein, weil die großen Waben geschleudert werden müssen. Ausserdem ist es fast nicht zu vermeiden, bebrütete Waben als Honigwaben zu verwenden. Das widerspricht meinem Anspruch an die Honigqualität.

Da ich durch den kompletten Austausch meiner Brutraumrähmchen (zur Vereinheitlichung) eine ganze Anzahl an gebrauchten Dadanträhmchen unterschiedlicher Bauweise übrig habe, werde ich diese in Hochwaben umfunktionieren und mit einigen Völkern die Dadant-Betriebsweise mit Hochwaben im Brutraum testen. Nach den ersten Berechnungen kann ich das mit meinen bestehenden Altmaterial realisieren.

Stay tuned for the ‘Projekt Hochwabe’!

To-Do 2018

4 Gedanken zu „To-Do 2018

  • 16. Dezember 2017 um 02:44
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    Hallo Rainer, das finde ich mal eine gute Idee! wir haben auch, wie es viele Imker in Deutschlands Norden pflegen , dass sie die Bienen einfach Wildbau machen lassen durch Leerzarge unterm Brutraum, auch für ca 15% unserer Bienenvölker ein eigenenes langes Dadantmaß gemacht, dass allerdings nur so knapp 5cm nach unten verlängert ist ( http://i66.tinypic.com/66gjtu.jpg ). Unten bauen dann die Bienen meist Drohnen, da ja die Mittelwand die alten Dadantmaße hat. Wie zu erwarten, läßt man den Bienen den Honigkranz und man braucht weniger Waben. 7 entsprechen ca 8 normalen Dadant und 10 schon 11-12 Dadant! Der Mittelpunkt der Bienen rutscht nach unten und man sieht sie nicht mehr so von oben, wie im normalen Dadantmaß. Bei guten Königinnen entwickeln sich schöne Völker, leider wurde der Schwarmtrieb nicht weniger… aber Drohnenzellen sitzen unten und die seitliche Drohnenwabe entfällt.
    So bin ich gespannt welche Unterschiede du bei der Dadant “Hochformat” Wabe feststellst.

  • 16. Dezember 2017 um 15:40
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    Hallo Moritz, ein vergrößertes Rähmchen müßte eine Reduzierung der Anzahl nach sich ziehen. Den Grund dafür hast du erwähnt, der Schwarmtrieb wird nicht weniger. Durch den Futterkranz auf der Wabe sitzen die Völker “im Speck”, ein dutliches Signal für den Bien, sich gefahrlos vermehren zu können. Mit der Anpassung des Brutraumes schaffen wir durch den Einsatz des ASG eine Distanzierung des Futterkranzes, was sich positiv auf die Senkung der Schwarmfreudigkeit auswirkt.
    Ein Format wie du es zeigst hatten wir auch schon mal. Hat uns aber in der Handhabung nicht zugesagt. Mal sehen wie es eben mit dem Hochformat wird.

  • 25. Dezember 2017 um 15:11
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    Hallo Rainer schön wenn man schon so weit ist…
    Ich arbeite gerade noch das Weihnachtsgeschäft auf
    Im Anfang des Jahres immer viel Verwaltung und Imker Veranstaltungen
    Danach geht es dann an die Vorbereitungen….
    Aber jetzt wünsche ich dir noch eine schöne Weihnachtszeit
    Und hoffe wir sehen uns dann in Celle
    Liebe grüße Klaus

  • 5. Januar 2018 um 11:26
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    Hallo Rainer, hallo Moritz,
    seit drei Jahren verwende ich auch auch eine vergleichbare Hochwabe wie das verlängerte Dadanträhmchen und bin sehr zufrieden damit: Zander 1,5. Die Wabenanzahl ist so angepasst, dass das Brutnest i.d.R. bis an den Oberträger ragt.
    In Deinem Buch beschreibst Du, Rainer, dass Du vom 1,5er Zander auf Dadant gewechselt bist. Das habe ich im letzten Jahr zum Anlass genommen, Dadant auch mal zu testen und führte ein Volk im 10er Dadant durch die Saison.
    Allerdings konnte ich mich für dieses System nicht so richtig erwärmen. Es fehlen mir die langen Ohren an den Oberträgern wie beim Zander. Die (sehr) hohe Brutwabe liegt (mir) sehr gut in der Hand. Und ermöglicht noch einmal der Verringerung der Brutwabenzahl im Vergleich zu Dadant oder Zadant.
    Da mein Test natürlich kaum repräsentativ ist, was hat Dir an Zander 1,5 nicht gefallen?

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