Häufig wird gefragt, welche Bücher denn einen Einstieg in die Imkerei gut begleiten oder vorbereiten.

Sicher gibt es eine Fülle an Büchern, allerdings in wechselnder Qualität und Aktualität. Die Auflage der Imkerbücher ist meist recht gering, deshalb kann es sein, dass manche Ausgaben vergriffen sind. Hier meine subjektive Auswahl:

Als Einstieg:

„Bienen halten“
Franz Lampeitl
Guter Querschnitt über alles Wissenswerte, weder auf Bienenrassen noch auf Beutensysteme fixiert. Offen geschrieben, nachvollziehbar.

„Imker-Praxis“
Wolfgang Wallner, Alois Spanblöchl
Wie der Name schon sagt, ein Buch aus der Praxis heraus. Ein Buch aus Österreich, von Lehrern der Niederösterreichschen Imkerschule, das auch die erwerbsmäßige Bienenhaltung nicht ausspart.

„Einfach imkern: Leitfaden zum Bienen halten“
Gerhard Liebig
Viel gelobtes Buch des Hohenheimer Wissenschaftlers. Sehr auf seine Einfachbeute und die damit verbundene Betriebsweise fixiert. Seine „Do’s and Don’ts“ sind allerdings der Stand der Zeit, vernünftig ohne Schnörkel. Bitte beachten Sie, dass die „Einfachbeute“ mitnichten so einfach ist wie es beim ersten Lesen erscheint!

Weiterführend:

„Bienen naturgemäß halten“
Dr. Wolfgang Ritter
Diese Buch geht einen ganz anderen Weg als das nachfolgend empfohlene. Die beiden ergänzen sich prima. Dr. Ritter, den ich seit langem persönlich kenne und schätze. Sicher kein imkerliches Lehrbuch für Anfänger aber ein Buch das sehr gut beschreibt, was heutzutage eine natrunahe Imkerei ausmacht .

„Naturgemäße Bienenzucht“
Rudolf Moosbeckhofer/Josef Bretschko
Macht die den Bienenstaat steuernden Mechanismen begreifbar. Manch Kronleuchter wird aufgehen. Bretschkos spezielle (und an der Niederösterreischischen Imkerschule gepflegte) Flachzargen-Betriebsweise wird eingehend erläutert. Nur noch gebraucht erhältlich

„Handbuch der Bienenkunde, Haltung und Zucht der Biene“
Zander/Böttcher
Sehr umfangreiches Standardwerk, in Details aber nicht mehr aktuell.

Specials:

„Meine Betriebsweise – Ertragreich imkern wie im Kloster Buckfast “
Bruder Adam
Einblick in eine beneidenswert konsequent geführte Imkerei, geschrieben vom vielleicht besten Züchter aller Zeiten

„Meine Erfahrungen mit der Buckfastbiene“
Günther Ries
Der Gründer der Buckfastgemeinschaft beschreibt seinen Weg zur Buckfastbiene und seine Betriebsweise. Er zeigt damit EINEN Weg auf mit dieser Biene zu imkern ohne jedoch einen Alleinstehungsanspruch zu entfalten. Die ‚Kniffe und Pfiffe‘ sind immer wieder lesenswert.
Erhältlich bei der Buckfastgemeinschaft.

„Imkern mit Dadant“
Reiner Schwarz
Sorry für die Eigenwerbung. Ich beschreibe darin eine erprobte Betriebsweise mit Dadant. Als Download in der einfachen Urfassung kostenfrei. In einer erweiterten Fassung und gedruckt erhältlich.

„Auf der Suche nach den besten Bienenstämmen“
Bruder Adam
Der wahrscheinlich beste Züchter aller Zeiten durchkämmte Europa sowie den angrenzenden Mittelmeerraum und dokumentierte dabei die ursprünglichen Varietäten der Apis Mellifera.

„Züchtung der Honigbiene“
Bruder Adam
Die theoretische Grundlage des Lebenswerks Bruder Adams

„Die Veredelung von Bienen“
Eigil Holm
Ein Buch als Hintergrund zur Kombinationszucht. Für „Hardcore-Züchter“ ein Muss!

„Lexikon der Bienenkunde“
Nitschmann
Unerschöpfliches Nachschlagewerk. Leider jetzt vergriffen. Wer es bekommen kann sofort zugreifen!

Der Schlager der letzten Jahre

„Phänomen Honigbiene“
Jürgen Tautz
Nach den überschwenglichen Beurteilungen in der Imkerpresse und den ebensolchen Kommentaren von Kollegen, erkläre ich das Buch hiermit zum meist überschätzten Bienenbuch der letzten Jahre. Warum?
Nicht dass die Erkenntnisse der Beegroup um Prof. Tautz nichtig wären. Vieles davon wurde jedoch schon in der Imkerpresse veröffentlicht und war deshalb nicht wirklich neu. Manches davon liefert eine plausible Erklärung für Verhaltensweisen die aufmerksame Imker schon lange beobachten konnten. Die Ausstattung des Buches ist dagen wirklich bemerkenswert gut gelungen, sehr schöne Fotos! Das Lesen der fachlich absolut beeindruckenden Texte macht Spass.
Was mich jedoch am meisten gestört hat, ist, das das Buch dem allgemeinen Trend folgt und – teilweise richtig zwanghaft – versucht das Verhalten des Bien permanent mit der Evolution zu erklären. Der aufmerksame Leser bemerkt dabei allerdings, dass sich der Autor bereits im Vorwort selber wiederspricht.