In diesem Jahr gab es zum zweiten Mal eine Pfingstarbeitsphase des Chiemgau Jugend Symphonieorchesters. Dabei erarbeiten die Streicher des CJSO anspruchsvolle Stücke für Streichorchesterbesetzungen. Auf dem Programm standen diesmal:

C.P. Telemann: Don Quichotte Suite
W.M. Monn: Cellokonzert
B. Britten: Simple Symphony

Die „kleine Ausgabe“ des CJSO musste auf einige Leistungsträger der letzten Arbeitsphase verzichten. Einige sind dem Musikschulalter entwachsen, andere befanden sich gerade in Brandenburg beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“. Sie hatten sich durch ihre herausragenden Leistungen dafür qualifiziert (und wurden mit einem dritten Preis belohnt!). Es war also eine große Herausforderung für die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen. Wie so häufig wächst man mit den Anforderungen. So war es auch!

Geleitet von der einfühlsamen und äußerst kompetenten Ya-Wen Köhler-Yang – nebenbei ein absolutes Energiebündel – lief das jugendliche Orchester zu Höchstleistungen auf. Wie sich das Orchester von der Generalprobe zu den Konzerten hin sowohl bei der Spielsicherheit als auch beim Umsetzen der Interpretation steigerte, war wieder mehr als erstaunlich. Nicht auszudenken, was Frau Köhler-Yang bei den Jugendlichen aktivieren könnte, wenn das Orchester stetig zusammen arbeiten könnte!

Das für seine Zeit etwas untypische, teilweise richtig witzig komponierte Telemann-Stück war eine sehr schöne Möglichkeit zum „Warmspielen“. Das Cellokonzert von Monn ist zwar weniger bekannt, zählt aber sicher zu den schönsten Vertretern seiner Gattung. Lisa Albinger interpretierte die Soloparts sicher und virtuos. Zu einer richtigen Höchstleistung lief das Orchester allerdings bei Brittens ‚Simple Symphony‘ auf. Ob der kräftige Kopfsatz, der aussergewöhnliche zweite Satz der ausschließlich mit Pizzicato gespielt wird, als auch die melancholische Sarabande waren ein echter Ohrenschmaus. Das furiose Finale fühlt sich nach dem Schlussakkord für den Zuhörer viel zu kurz an.

Leider waren die Konzerte nicht besonders gut besucht. Das wird hoffentlich im Herbst bei den Auftritten des großen Orchesters besser sein. Nein, da bin ich mir sicher! Alleine das Programm ist ja auch publikumswirksam:

E. Grieg: Peer Gynt Suite (Morgenstimmung, Halle des Bergkönigs)
D. Dragonetti: Kontrabasskonzert (!)
J. Haydn: Sinfonie  Nr. 101, Die Uhr
sowie eine Filmmusik

Termine stehen bereits fest, sind auf der Webseite des Orchester www.cjso.de einzusehen. Ein paar Konzertclips sind hier bei YouTube zu finden

CJSO Pfingsten 2011