Gerade stoße ich in einem Forum auf einen Thread mit obigem Titel.  Irgendwie bekomme ich bei solchen Titeln immer einen Adrenalinstoss! Der Verfasser ist ein älterer erfahrener Imker. Er schreibt Meisen seien „stes hungrige Vögel, …. die eine allergrößte Gefahr“ für einen Bienenstand bedeuten. Kann es sein, dass es ein Generationskonflikt ist? Häufiger stelle ich bei Kollegen im Imkerverein fest, dass natürliches Verhalten als verwerflich angesehen wird, wenn es um vermeintlich eigene Interessen schädigt.

Hallo! Ja, wo sind wir denn? Wären unsere Honigvögel nicht schon lange ausgerottet, wenn die Meisen eine echte Gefahr wären?

Sicher ist es ärgerlich ansehen zu müssen, wie Kohlmeisen Bienen abfangen und fressen, aber das fällt doch in die Kategorie „Leben und leben lassen“. Meisen sind halt Insekten- und Körnerfresser. Abwehrmassnahmen in Form von Netzen und Drähten sind OK. Wie wäre es denn mit dem Anbieten von Futter? Meisen meiden im Winter jede unnötige Anstrengung. Das Abfangen von Bienen ist mehr Anstrengung als einen Meisenknödel abfuttern.

Zum Glück unterblieben beim Verfasser des Foren-Threads heftigere Massnahmen.

Kohlmeisen im Winter, eine große Gefahr für unsere Bienen!

3 Gedanken zu „Kohlmeisen im Winter, eine große Gefahr für unsere Bienen!

  • 3. Dezember 2010 um 17:57
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    Jaja und sich dann als Naturschützer hinstellen weil man ja Imker ist. Ganz natürliche Zusammenhänge die auch ziemlich einfach zu überblicken sind werden nicht beachtet.

    Übrigens wenn man Vögel füttern möchte solle man das das ganze Jahr über tun habe ich mal in einem Interview mit einem Ornithologen gelesen dann hat man a) auch im Sommer viel zu gucken und es kommen auch seltenere Vögel und b) wissen die Vögel im Winter wo es was gibt und haben damit keinen großen Aufwand beim Suchen, was Vogelleben rettet.

  • 8. Dezember 2010 um 10:00
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    Man sollte Vögel NICHT ganzjährig füttern, sondern nur wenn sie bei viel Schnee und Eis keine Nahrung finden. Noch besser ist es Büsche und Sträucher zu pflanzen und die Beeren nicht ernten.

    Ein Ornithologe ist ein Vogelkundler und kein Naturschützer. Er möchte Vögel beobachten und/oder fotografieren. Bei ständiger Fütterung verlernen Tiere ihre natürlichen Verhaltensmuster und werden vom Menschen abhängig. Was passiert, wenn der oben erwähnte Ornithologe keine Zeit/Lust mehr hat seine Vögel zu füttern?!

  • 30. Dezember 2010 um 10:16
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    Hallo!
    Eine Beobachtung bezüglich Vogelfütterung. Wir füttern an unserem Küchenfenster nur im Winter. Seit Jahren. Im Herbst bereits kommen die gefiederten Freunde und gucken ob schon was angeboten wird.
    In Verbindung mit den Bienen hab ich kein Problem, wenn da mal einzelne abgefangen und verfuttert werden. Im Winter kommen die Meisen ja nicht wirklich an die Bienen ran – Stichwort Wintertraube und Mausschutz.
    Aber es geht um die Störung der Winterruhe, wenn es den ganzen Tag um die Kästen flattert, pickt und hüpft. Mit Vorliebe wird am Anflugbrett gelandet und versucht, die paar toten Bienen am Mausgitter (oder vielleicht sogar von unten aus dem Varroagitter) herauszupicken. Ich denke hier liegt das Problem.

    In dem Buch Imker-abc, u.a. von Herold verfasst hab ich auch etwas in diese Richtung gelesen, auf Wunsch such ich das gerne nochmal raus.
    Freu mich auf weitere Kommentare diesbezüglich.
    Gruss Frank

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