Das Buch ist nicht neu und auch keine klassische Imkerliteratur. Es ist eher ein Tipp für den nächsten Urlaub, ein schöne kurzweilige Strandlektüre (oder auch Balkonlektüre). Zum Inhalt:

Sherlock Holmes hat sich nach einem erfüllten Leben im englischen Sussex zur Ruhe gesetzt und widmet sich nurr noch seinen Bienenvölkern. Er macht die Bekanntschaft einer jungen Lady Mary Russell. Von ihrer jugendlichen Art und besonders ihrer Intelligenz und Selbstständigkeit angetan, entfalten sich bei dem älteren Herren ganz ungekannte Charakterzüge. Die neue Bekannte wird von ihm in die Geheimnisse seiner Detektivarbeit eingeführt, denn ganz zufällig wird er von seiner Vergangenheit wieder eingeholt. Sein bestechender Scharfsinn ist wieder gefragt.

Die Autorin Laurie King verstand es ausgezeichnet die Person und den Charakter des Sherlock Holmes wieder aufzunehmen und weiter zu entwickeln. Geschickt verpackt sie die gesamte Handlung in einen Rahmen der perfekt zu den mysteriösen alten Holmes-Geschichten passt und die, dem kundigen Leser überraschenden, Fortsetzungen plausibel erklärt. Dennoch bleibt der spröde Charme des stocksteifen Engländers erhalten, selbst dann, als sich zwischen den beiden Hauptakteueren eine zarte Bande entwickelt. Die Anreicherung der Geschichte mit den Elementen aus der Bienen­zucht ist für uns Imker natürlich ein Leckerbissen, vermeidet es doch das Abgleiten in die üblichen Kriminiederungen. Das imkerliche „Fachwissen“ bewegt sich aber wegen des historischen Umfeldes auf dem Stand von der 20er Jahre. Wer bislang schon zu den Liebhabern der Doyleschen Kabi­nettstückchen rund um Sherlock Holmes zählte, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Für alle anderen ist es, dank überraschenden und unterhaltsamen Wendungen, möglicherweise ein gelungener Einstieg.

Dieser Roman war der erste von insgesamt vier „neuen“ Holmes-Krimis aus der Feder von Laurie King die in Deutsch erhältlich waren. Nicht alle halten jedoch das Niveau des ersten hier besprochenen Buches, gelesen habe ich sie aber alle mit Vergnügen und gerade bin ich im Bücherregalt wieder darauf gestoßen. Amüsant: Holmes begegnet in dem Werk „Das Moor von Baskerville“ sogar Bruder Adam… Leider sind jedoch alle nur noch gebraucht zu erhalten. Fünf weitere gibt es nur in englischer Originalausgabe.

Die Gehilfin des Bienenzüchters