Das Chiemgau-Jugendsymphonieorchester hat im Herbst wieder eine Arbeits- und Konzertphase durchgefeührt. Das Orchester wird von den neun Musikschulen im Landkreis Traunstein getragen. Orga-Leiter ist Simon Nagl, Dirigentin und Musikalische Leitung Ya-Wen Köhler-Yang. Junge Musiker im Alter von 12 – 19 Jahren können Orchesterluft schnuppern und dabei Erfahrungen im großen Ensemblespiel erlangen. In diesem Jahr nahmen 72 Musiker an der Intensivphase teil. Das Programm im Herbst 2010 war:

– Brahms: Serenade No.1 op.11
– Mozart: Hornkonzert KV447
– Srkal: Daedalus op.23, 3. Satz
– Badelt/Zimmer: Fluch der Karibik-Suite

Eine Öffentliche Generalprobe und zwei Konzerte  waren nach der intensiven Probenphase anberaumt worden. Um es gleich vorweg zu nehmen, wer eines der Konzerte versäumte hat etwas verpasst!

Das Abschlusskonzert in Traunstein war nahezu ausverkauft. Der erste Konzertteil mit der Brahm-Serenade wurde mit wunderschön dezent angepasster Dynamik dargeboten. Der dreiteilige zweite Satz bot darbietungstechnisch  einige Schwierigkeiten in den Steichern, die nun aber souverän gemeistert wurden. Trotz der Länge der (um den dritten Satz verkürzt aufgeführten) Sinfonischen Serenade waren weiter keine Ermüdungserscheinungen hörbar. Im Gegenteil, das abschließende bewegte Rondo war froh und beschwingt wie es sein soll.

Nach einer Pause konnte dem Hornkonzert gelauscht werden. Phillip Dufter debütierte als Solist. Schon mit den ersten Tönen war der Zuhörer hingerissen von dem Gefühl mit dem Dufter die Soli intonierte. Man wird sicher noch mehr von dem talentierten 19-jährigen hören.

Der dritte Satz des Daedalos von Patrick Srkal, einem gebürtigen Traunsteiner, war ein Gegenstück zum vergnügten Mozart, beschreibt er doch wie Daedalos seinen abgestürzten Sohn leblos am Strand auffindet. Die keinesweges atonale moderne Komposition macht Lust auf das gesamte Opus, das vsl. im nächsten Jahr komplett uraufgeführt werden wird.

Den Abschluss bildet die Suite aus Themen der Filmmusik „Fluch der Karibik“. War man bislang von der disziplinierten Abstimmung im Orchester fasziniert, konnte man nun ein entfesselt aufspielendes Ensemble erleben, das vor Spielfreude geradezu überquoll ohne je die Kontrolle zu verlieren oder das richtige Mass zu verfehlen. Ein Bad im Wohklang das Gänsehaut in rauen Menge erzeugte! Das Traunsteiner Tagblatt schreibt im Konzertbericht vom 11.11.2010 sogar von einem „sensationellen Klangteppich“!

Zwei Zugaben mußten das Orchester noch geben, bevor es vom begeisterten Publikum entlassen wurde!

Kostproben der Orchesterkonzerte sind hier (in amateurhafter Qualität) zu hören/sehen.

Wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Musiker etwas mehr als 16 Jahre betrug, glaubt man rückwirkend seinen Ohren nicht. Die Blechbläser waren wesentlich sicherer als im Vorjahr, wenn auch in den zweiten Geigen spürbar wurden, dass vier sehr junge Talente dazugestossen waren. Welche Leistungssteigerung diese Mädchen aber von der Generalprobe bis zum Abschlusskonzert zeigten ist nahezu atemberaubend. Die Schlagwerk-Sektion wurde zupackend von Johanna Döpper gemanaged. Konzertmeisterin Felicia Graf lies nie einen Zweifel daran, wer hier die erste Geige spielt.

Man verzeihe mir eine evtl. zu positive Rezension, meine beiden Töchter waren auch dabei – es war aber trotzdem SEHR gut! Die beiden sind schon ganz heiss auf die Pfingstphase, die jedoch meist nur für ein kleineres Streichorchester ist. Das Programm der Pfingsphase 2010 war schon sehr ansprechend :

– Bach: Orchestersuite No.2 BWV 1067
– Burkali: Hymnus pro lumen
– Grieg: Suite aus Holbergs Zeit

Ich freue mich schon auf die nächsten Arbeitsphasen und hoffe, dass uns Ya-Wen noch möglichst lange erhalten bleiben kann.

Chiemgau Jugend Symphonie Orchester 2010

3 Gedanken zu „Chiemgau Jugend Symphonie Orchester 2010

  • 10. November 2010 um 23:06
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    Ganz Klasse. Ich glaube auch das man da was verpasst hat. Das klingt sehr professionell ich hätte es gerne live gesehen.

  • 11. November 2010 um 09:13
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    Ich bin auch sehr erstaunt gewesen über die Professionalität. Das verdankt das Orchester aber besonders der Dirigentin, die überwältigende Arbeit leistet. Du bekommst fürs nächste Mal eine Einladung 😉

  • 12. November 2010 um 11:23
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    lieber apis
    danke für deine nette rezension. hat ya-wen sehr gefreut. hast du die zeitungskritik noch? konnte sie im internet nicht finden. danke martin

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