Gerade habe ich was gefunden, was ich im Jahr 2007 mal zum Bienensterben in den USA als Leserbrief an die „Welt“ geschrieben hatte:

„So wie es aussieht ist die Lage in den USA für die Imkerkollegen teilweise sicher katastrophal. Ein genauerer Blick in die Imkerlandschaft der USA läßt den mitteleuropäischen Imker teils vor Ehrfurcht erstarren, teils aber auch erschaudern. Warum? Nun sind die Betriebe erheblich größer als in Deutschland. Während hierzulande der Durschnittsimker 12 Völker hält, hat der Berufsimker dort häufig mehrere Tausend Völker! Diese werden, auf Paletten fest montiert, mit LKWs durch die Lande gefahren, um  stetig die aufeinander folgenden Nektarquellen nutzen zu können oder auch Bestäubungsdienste zu erledigen. So weit so gut. Das ist für die Völker natürlich Stress. Die Wege sind dabei auch erheblich länger als im „kleinen Europa“, bis zu 3000km! Etwas, was für deutsche Imker undenkbar ist, ist aber die prophylaktische Anwendung „harter“ Medikamente. Im amerikanischen Anfängerlehrbuch „Beekeeping for Dummies“ wird dem geneigten Imkerneuling beigebracht, nur zur Vorbeugung drei verschiedene Antibiotika in die Völker zu kippen! Diese Medis sind in D sogar verboten! Wer nun weiss, was diese gedankenlose Anwendung von Medikamenten bewirken kann wendet sich mit Grausen ab. Ein weiterer Punkt der zu Denken gibt ist die sog. Wabenhygiene. In D ist es üblich, längstens im etwa 2-3 jährlichen Turnus den gesamten Wabenbau auf dem die Bienen leben durch zu tauschen um damit evtl. vorhandenen Schmutz und Krankheitserreger aus dem Volk zu bringen. Das ist in den USA bei den großen Völkerzahlen gar nicht möglich.

Irgendwann kann sich diese Betriebsweise dann in einer Kulmination wie dem jetzt in Erscheinung getretenen Bienensterben äußern. Bezeichnenderweise trifft es ja nicht jeden „Bee-Farmer“. Fortschrittlich arbeitende Imker haben geringere Probleme.

Auch in Deutschland gibt es immer wieder ein „Bienensterben“ dann aber auch meist nicht flächendeckend, sondern in bestimmten Betrieben. Das will natürlich nicht leugenen, dass die allgemeine Versorgungssituation der Bienen stetig schlechter wird. Es gibt Regionen in D wo ab Ende Juli für die Bienen in der natur keinerlei Nektar oder Pollen mehr verfügbar ist! Wie sollen dort überwinterungsfähige Völker aufgebaut werden? Da muss der Imker schon alle Register seines Könnens ziehen um im nächsten Jahr noch einen vitalen Bestand zu haben. Und das gelingt leider nicht immer ….“

Das Phänomen des Bienensterbens wird in USA mit CCD bezeichnet ‚Colony Collapse Disorder‘, die ‚Völker-Zusammenbruch-Krankheit‘. Sie wird als multifaktorielle Erscheinung gedeutet. Welche Gewichtung die Faktoren Betriebsweise – Bakterien – Viren – PSM – GVO – Pollenversorgung – Parasiten haben, darüber sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig. Sicher ist aber, dass auch nur einige davon der Tod des Bien sein können, wenn eine ungünstige Konstellation eintritt!

Bienensterben – CCD
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