– Unsere Bienen haben, egal welche Farbe sie haben, mit den ursprünglichen Formen NICHTs aber auch gar nichts mehr zu tun. Mehr als vierzig Bienen-Generationen Zuchtauswahl durch den Menschen lassen sich nicht zurückdrehen. Wir haben die Bienen ALLE in ihre wesentlichen Verhaltenseigenschaften verändert. Wie sie ursprünglich, zu Zeidlerszeiten waren wissen wir nicht!

– Unsere Umwelt hat mit der vor hundert Jahren nur noch wenig zu tun, mit der vor fünfhundert Jahren gar nichts. Wo sind die großen Waldlandschaften Germaniens geblieben? Die Ansätze von borealem Regenwald, die es zur Zeitenwende noch gab? Die Trachtverhätnisse haben sich so grundsätzlich verändert, wie es gar nicht schlimmer geht

– Wir haben die Bienen aus dem Wald (den wir vernichtet haben) geholt, in Bienenwohnungen gesetzt und damit deren Wohnverhältnisse geändert, incl. der Tatsache, dass wir den Überschuss des Bienenvolkes ernten und für uns verwerten

– Wir glaubten die Bienen benötigen unbedingt Obhut und Pflege durch den Menschen. Welch eine Arroganz! Zudem meinten wir, das würde die Bienen nicht verändern,  sondern sie verbessern, ihnen gut tun. Dabei haben wir die natürliche Auslese durch die Überwinterung auf eigenem Futter verhindert und päppeln im Frühjahr Schwächlinge wieder hoch, die sonst eingingen.

– Wir haben Parasiten für das Bienenvolk eingeschleppt, die ihre Überlebenschancen grundsätzlich veränderten

Alles hat der Mensch im Lauf von 200 Jahren angerichtet. Die Veränderungen während der industriellen Revolution bis heute sind definitiv mit menschlichen Mitteln nicht mehr rückgängig zu machen. Es ist also unsere Aufgabe das Bienenvolk unter den von uns veränderten Umständen bestmöglich zu pflegen, aber nicht zu verzärteln.

Wir haben die Welt verändert – wir haben die Verantwortung!

DAS ist unsere Aufgabe. Der derzeitige Trend mit einer möglicherweise bienengemäßeren Bienenwohnung die Völker sich selbst zu überlassen ist Tierquälerei und vom Ansatz her zum Scheitern verurteilt. Es ist verantwortungslos die Bienen in der von unserer Spezies veränderten Umwelt sich selbst zu überlassen, nach dem Motto „friß oder stirb“. Das hat nichts mit Fürsorge der anvertrauten Kreatur zu tun. Die genialen Anpassungsmechanismen der Bienen sind am Anschlag, wir haben sie schon über die Maßen strapaziert!

Den Bien auf Naturbau gedeihen zu lassen ist eine tolle Idee die ich unterstütze. Aber, Anfänger sollten nicht meinen, Naturbau und Warrébeute würden die Quadratur des Kreises in Sachen Bien-Milb-Verhältnis sein. Diese Haltungsart unterstützt den Bien, heilt ihn aber nicht von den Schwächen die der Mensch ihm zugefügt hat, und schützt ihn nicht vor den den Unbilden der veränderten Umwelt. Selbst erfahrene Imker verlieren mit dieser Haltungsweise reihenweise ihre Völker an die Varroa!!

Ich stehe mittlerweile wieder zu meiner Verantwortung als Tierhalter, und behandle alle meine Völker gegen die Varroamilbe – konsequent mit rückstandsfreien Mitteln die dem Volk nicht wehtun, weil ich das Leiden der dahinsiechenden und sterbenden Völker nicht mehr mit ansehen konnte und auch nicht mehr sehen will!

Ein Spruch aus Lettland zum Schluss:
„Der Zigeuner wollte sein Pferd lehren ohne Futter und Trinken auszukommen. Es ist fast ihm gelungen! Nur das Pferd ist verendet“

Naturbau – Warrébeute – Ökologie

2 Gedanken zu „Naturbau – Warrébeute – Ökologie

  • 8. Februar 2010 um 16:17
    Permalink

    Ich stehe mittlerweile wieder zu meiner Verantwortung als Tierhalter, und behandle alle meine Völker gegen die Varroamilbe – konsequent mit rückstandsfreien Mitteln die dem Volk nicht wehtun

    Zu der Meinung bin ich nach anfänglicher Unentschiedenheit auch gelangt. Die Varroa los zu werden oder die Bienen die Varroa tolerieren zu lassen kann man erst wieder versuchen, wenn die Umweltverhältnisse die sind, welche den Bienen optimale bzw überhaupt eine Chance geben – wenn die Umwelt wieder in Ordnung ist.

  • 8. Februar 2010 um 16:39
    Permalink

    d’accord! Dann wissen wir beide ja ziemlich genau wie lange noch 😉

Kommentare sind geschlossen.