Nach dem der Verlauf dieses „Winters“ immer noch erstaunlich ist, konnte ich nicht anders als heute meine Stände zu besuchen. Kontrolle des Futters war angesagt.

Flugbetrieb war nachmittags bei knapp 8 Grad kaum zu beobachten. Wie ihr wisst halte ich ja nicht viel vom Wiegen. Man sollte das eigene „O’gschaut und kennt“ Vermögen schulen. Dabei fielen mir doch einige Völker auf, die recht wenig Futter haben. Ich bin da sicher nicht ganz unschuldig. Also soweit wie möglich eine Futterwabe an die Winterkugel gehängt. Bei zwei Jungvölkern habe ich kandierten Honig auf die Oberträger geschmiert, denn da war schon fast nix mehr an Futter da. Die muss ich im Auge behalten. Wäre schade drum.

Eine Anekdote habe ich noch zu erzählen. Als im August ein Imkerfreund seine Minis (die er mir geliehen hatte) abholen wollte, kontrollierte ich diese am Tag davor. Ich hatte für ihn darin Königinnen einer bevorzugten Linie vorbereitet. Gerade als ich auf den Stand komme, zieht das Völkchen wie dem Schwärmen aus! Das gab mir Rätsel auf. Als am nächsten Tag Marcel kam, hing das Schwarmträubchen in einer jungen Esche unerreichbar 7m hoch. Ich lies sie beleidigt hängen. Am nächsten Tag waren sie weg.

Nun hatte ein anderer Kollege einen Ableger zu mir zum Begatten gestellt. Das war nicht geglückt und der Kasten schliesslich leer. Abgeholt hat er ihn nicht mehr. Beim Einfüttern wollte ich den Kasten aufräumen, aber siehe da, da sind ja Bienen drin! Dieser Ablegerkasten steht direkt unter der jungen Esche in dem sich das Schwarmträubchen verfing. Ich vermute nun, das es eben das Minivölckchen ist, das dort einzog (wollte das Völkchen nicht um die späte Zeit auseinander nehmen, Brut war da, das hatte ich kurz gesehen). Das Einfüttern war etwas schwierig, da ich für den Zander-Eigenbaukasten kein Geschirr habe. Also immer improvisiert und bemüht soviel wie möglich an Sirup rein zu bekommen. Es hat geklappt, der „Ableger“ ist noch da und ist putzmunter. Er kam heute in dem Genuss von kandiertem Honig, da er wohl doch etwas wenig Sirup abbekam. Ich freu‘ mich darüber und auch darüber, bisher keine Verluste zu haben!

Futterkontrolle

4 Gedanken zu „Futterkontrolle

  • 2. Februar 2016 um 22:37
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    Hallo Reiner, was denkst Du davon, die Völker im Winter höher zu plazieren, also nach dem Schwarm der eigentlich 7m hoch eine Behausung gesucht hat. Dann wären sie weg von feuchten kalten Bodenluftschichten.
    Ich denke, dass bei mir schwache Völker, die einen leeren Bienenkasten drunterbeommen haben, sich besser entwickeln und auch weniger tote Flugbienen im Einflugbereich liegen.
    Imkerliche Grüße Moritz

  • 3. Februar 2016 um 08:20
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    Wäre schon nicht schlecht! Unsere Bienen wohnen ja nicht in Bodennähe wenn du sie wählen lässt. Beim Schwarm hat das wohl noch andere Gründe. Die Aufstellung sollte halt niedrig genug für den Imker und seine Tätigkeiten sein. Das bedeutet für mich aber, dass eine Aufstellung nur auf einer Palette nicht mehr mache, sondern versuche so hoch wie möglich zu gehen um noch an den Honigräumen arbeiten zu können.

  • 3. Februar 2016 um 13:02
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    Danke für Deinen Erfahrungsaustausch. Bei mir eigentlich auch nur möglich, wenn keine Honigräume auf dem Volk sind im Winter, bin nur 1,69m, und will nicht so hoch heben. Völker stehen schon auf 20-25cm hohen Böcken. Bin am überlegen, mir zusätzliche Gärtnerplastikkisten zu kaufen, da ich nicht genug leere Beuten habe.

    Ob sie wegen der Bödennähe auch immer in den 1. Honigraum brüten wollen (was das Absperrgitter verhindert), könnte vielleicht u.a. auch mit der zu nahen Bodenlage zusammenhängen…?
    imkerliche Grüße
    Moritz

  • 13. April 2016 um 07:59
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    Nachtrag: Habe gemerkt, dass die hochgestellten Völker genauso an den Varroamilben zusammengebrochen sind. Weniger betroffen von Varroa, sind bei mir Plätze in feuchten Tälern, wo die Völker für die Aufzucht der Winterbienen, hochwertigere Pollen im trockenen Sommer-Herbst 2015 sammeln konnten. Für diese feuchten Plätze hat das Hochstellen Vorteile.

    Grüße Moritz Berlin

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