Heute morgen war der Andrang am Tor weniger groß. Dennoch war von einer geringeren Besucherzahl nichts zu spüren. Den ganzen Tag lang strömten die Leute durch die Gassen der Ausstellung auf drei Stockwerken. Es scheint wohl nicht übertrieben zu sein, dass diese Apimondia die umfangreichste aller Zeiten ist. Auch in anbetracht der über 150 Referate und fast 600 Postersessions ist es denkbar. Ich konnte heute einige Vorträge verfolgen. Fachlich waren nun keine absoluten Knüller dabei:

Die Untersuchungen eines internationalen Teams aus Franzosen, Amis u.a. fanden heraus, dass es bei Bienen die ein besonders gutes hygienisches Verhalten zeigen („VSH“) 37 Gene spezifiziert werden konnten die wahrscheinich für das Verhalten verantwortlich sind. Ein ähnliches Muster fand sich bei den AHB in Amerika. Ein Screening wäre also schon mal möglich um eine schnellere Selektion zu erreichen.

Ein schwedisches Team untersuchte Bienen auf Laktobazillen und Bifidobakterien im Honigmagen. Der Gehalt war erstaunlich hoch und wird für die effektive milchsaure Vergärung des Bienenbrotes verantwortlich gemacht. In dem Milieu war kein Wachstum von paenibacillus larvae möglich! Ebensowenig von Escherichia coli. Zwischen Völkern wurden signifikante Unterschiede gefunden.

Aus Costa Rica kam eine Untersuchung des Fortpflanzungsverhaltens der Varroa. Man untersuchte Arbeiterinnenbrut auf unfruchtbare Varroen. Diese setzte man in Drohnenbrut um. Dort pflanzte sich die Varroa wieder fort! Die Studie wurde mit AHB durchgeführt.

Eine Studie aus Spanien über unbehandelte Völker und Symptome die dabei auftreten war nun absolut eine Ausfall. Das haben schon unendlich viele Imker – teilweise unbeansichtigt – erlebt und beschrieben. Noch dazu konnte der gute Mann so gut wie kein Englisch (John Kefuss musste dolmetschen).

Nett war etwas anders heute. Es kam ein alter Mann vorbei geschlendert. Auf seinem Namenschild las ich Nitschmann. Ich fragte ihn, ob er denn der Autor des Bienenlexikons sei. Er bejahte und freute sich darüber noch also selbiger gekannt zu werden. Er erzählte mir darafhin seine Geschichte der Veröffentlichung des Lexikons nach der Vereinigung. Als er eruhr, dass ich in Sachen Buckfast hier bin, war er noch mehr erfreut, da er die Arbeit Br. Adams sehr schätzt, sie aber im Rahmen des Lexikons nicht würdigen konnte. Dafür war er gerade am Tag zuvor von einem Buckfast-Kollegen auf der Apimondia etwas rüde gerügt worden. Ich versichterte ihm, dass sein Werk deshalb nicht unbrauchbar würde 😉

Es wurde abend, Halbzeit!

Donnerstag, zweiter Tag

2 Gedanken zu „Donnerstag, zweiter Tag

  • 11. Januar 2010 um 17:46
    Permalink

    Hallo Reiner,
    konnte es bisher nicht finden, doch die Augen schon vom Rechner ;):
    Hast Du Dir den Kefuss auch gegeben?
    Herzlichen Gruß Molle

  • 5. Februar 2010 um 14:25
    Permalink

    Nein. Ich hatte aber schon zweimal das Vergnügen. Sein jetziger VOrtrag unterscheid sich inhaltlich nicht wesentlich von den früheren Darbietungen.

Kommentare sind geschlossen.